Ich nehme lieber den Mini …

22. Januar 2013

Es gibt clevere Ideen, innovative Produkte und gute Marken. Das das selten deckungsgleich ist, sehen wir tagtäglich um uns herum. Oft schafft es der talentierte Tüftler nicht, sein Produkt aufgrund falscher Markenstrategie aus der Marktnische zu bekommen. Nicht selten scheitert eine gute Idee an fehlenden Investitionen oder dem eigenen Starrrsinn. Und leider gibt es viel zu oft schicke Marken ohne überzeugenden Inhalt. Ich verkneife mir hier eine Liste der Verlierer und lasse diese Einleitung einfach mal so stehen. Denn manchmal passt alles zusammen – und darüber lohnt es sich viel mehr zu reden. So wie bei DriveNow.

Für Düsseldorfer, Münchener, Berliner, Kölner und die guten Amerikaner aus San Francisco eine bekannte Marke. Für die anderen meist ein unbekannter Name, weil dort nicht aktiv. Bleibt das so?

Das Modell Car-Sharing war mittlerweile in die Jahre gekommen. Eigentlich eine tolle Idee: Bevor ein Wagen 90% des Tages herum steht, teilt man ihn mit anderen. Und konsequenterweise ist es noch nicht mal der eigene Wagen. So erspart man sich Ärger mit Werkstätten, dem TÜV oder Gebrauchtwagenverkäufern. Und man zahlt nach Verwendung – und nicht nach Herumstehen. Aus umweltpolitischer Sicht vor allem (und eigentlich nur dort) in Städten die beste Lösung für Menschen, die eh gerne Fahrrad fahren 🙂

Denn aufgrund zu vieler Komforteinschränkungen und den Ansprüchen der meisten Deutschen passte das Modell nur für eine Nische. Das musste auch die Bahn feststellen, die mit einer eigenen Car-Sharing-Marke seit 2001 aktiv, aber auch trotz Marktführerschaft nur moderat erfolgreich war. Im Grunde war es eine Kooperation mit lokalen Anbietern.

Es wurde also Zeit, das Ganze mal zu überdenken und in ein zeitgemäßes Konzept zu gießen. Dabei galt es vor allem einen Blick auf die Masse zu werfen. Denn Car-Sharing rechnet sich nur über Zahl der Nutzer und die Frequenz. Und für die Masse (Sie und ich) waren es einfach zu viele Komforteinschränkungen: Monatliche Grundgebühren (bei der Bahn übrigens schon damals nicht mehr), vorheriges Reservieren des Fahrzeugs, Abholen und Abstellen nur an bestimmten Sammelstellen. Für Familien keine Alternative und für Singles oder junge Paare zu kompliziert und der Aufwand lohnte sich nur für mehrstündige Anmietungen. Für den Rest blieben weiterhin Taxi oder Bus und Bahn. Das war in Summe im Zweifel teurer als ein eigener Wagen.

Also kamen einige clevere Köpfe auf die Idee, das Ganze angenehmer zu machen: Keine Grundgebühr, man zahlt nur für die genutzte Zeit, nimmt den Wagen ohne Reservierung und lässt ihn irgendwo im Stadtgebiet stehen. Hört sich gut an – und funktioniert für die Benutzer auch tatsächlich sehr gut.
In Düsseldorf haben wir die zwei Konkurrenten Car2Go (Mercedes/Smart + Europcar) und DriveNow (BMW/Mini + Sixt) am Start. Preislich tun sich beide nichts – aber in der Qualität liegt DriveNow vorne. Denn sowohl Service als auch die Fahrzeuge sind hier Längen vor Car2Go, die ausschließlich Smart-PKW anbieten, die einfach weit hinter dem Fahrerlebnis und Raumangebot mit einem Mini oder einem BMW X1 liegen. Car2Go punktet hingegen mit Stellplätzen in den City-Parkhäusern, einem größeren Nutzungsgebiet und einer größeren Flotte (was man aber als Nutzer kaum bemerkt)

Man kann nun testen und vergleichen wie man will. Eines steht fest: Aus Markensicht macht es BMW mit DriveNow einfach gut. Die Marke adressiert ein junges, mobiles Publikum, das Qualität vor Sparen setzt und gewinnt damit konstant neue Kunden. Und mal ganz im Ernst: Lieber für 3 Euro mit vier Leuten in einer lauen Sommernacht gequetscht im offenen Mini-Cabrio unterwegs, als für 15 Euro (Düsseldorf ist teuer!) in einer miefigen Taxe 🙂

Wir freuen uns schon auf die ersten Elektrofahrzeuge, die bspw. von DriveNow derzeit schon in San Francisco getestet werden – und meine Tochter freut sich vor allem wieder auf den Sommer, wenn Sie im Cabrio vorne mit fahren darf.

DriveNow ist unsere „Marke des Monats Januar“.

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