Wir sind Seeed – Da gibt es nichts zu googlen

11. November 2012

„Seeed? Das ist doch eine Band, keine Marke!“ – Mitnichten: Seeed ist weder eine Band, noch keine Marke. Die elfköpfige Berliner Reggae-Dancehall-Gruppe ist eine der populärsten deutschen Musik-Marken, die es auch international zu Chart-Platzierungen geschafft haben.

Doch was unterscheidet eine Band von einer Marke?

Gehört wenig, gesehen viel. Seeed verwendet wichtige Elemente, die eine gute Marke braucht: Konstante Verwendung eines Signets (gerade gerelauncht – bekannt ist noch die alte, geschwungene Wortmarke), Verwendung einer Markenfarbe (rot), Markenzeichen (Kostüme, rote Anzüge, Choreografien), Verzicht auf einen populären (und vor allem namentlich genannten) Frontmann und verbale Penetration des eigenen Namens. Demzufolge heißt auch das neue Album konsequenterweise „Seeed“. Das ist etwas, das man von Debütalben kennt und möglicherweise ein Signal sein soll. Denn nach den Erfolgen Anfang bis Mitte der 2000er Jahre (Dickes B, Dancehall Caballeros, Schwinger, Aufstehn!, Ding) ist es ruhig um die Jungs geworden.
Einzelne Gruppenmitglieder haben es mit Soloprojekten versucht. Bestes Beispiel ist Peter Fox, der mit seinem Album „Stadtaffe“ den größten Erfolg feiern konnte. Am Ende hat man sich 2010 dann aber wieder als Gruppe zusammengefunden und in diesem Jahr ein neues Album veröffenlicht, das an die bisherigen Erfolge anknüpft (Eindrücke im Videochannel von Seeed).

Der Name „Seeed“ ist übrigens ein Konstrukt und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Musikrichtung Sub, den Sänger-Pseudonymen Enuff, Eased und Ear, sowie der Reggae-Richtung Dub zusammen.

Seeed hat es geschafft, eine Formation über viele Jahre konsequent als Marke zu platzieren, dabei stets den Eindruck einer „zufällig zusammengekommenden Reggae-Gruppe“ vermittelt – und damit die deutsche Musikszene bereichert.

Als Dankeschön erklären wir Seeed zu unserer „Sexy Marke des Monats November“.

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