Nespressolieblingsmarke

5. Dezember 2009

Meine alte, neue Lieblingsmarke – neben Apple – ist Nespresso. Und das obwohl ich mich als Gelegenheitskaffeetrinker bezeichen würde – oder vielleicht gerade deshalb. Ich will gar nicht behaupten, dass Nespresso ein Spitzenkaffee ist. Dafür sind meine Kaffeegeschmacksknospen zu wenig trainiert. Aber dass er mir schmeckt, kann kein schlechtes Zeichen sein.

Es geht mir in diesem Fall tatsächlich nur um die Marke. Das Produkt selber lasse ich andere bewerten. Wobei die Marke es durchaus geschafft hat, dass ich der Produktqualität ohne Probieren vertrauen würde.

Nespresso Grand Crus Kapseln

Ein paar Fakten hierzu:

Nestlé entwickelte bereits 1970 ein System aus Espressomaschine und portioniertem Kaffee in Kapseln. Das System wurde 1976 patentiert und erst zehn Jahre später von der eigens hierfür gegründeten Nestlé Nespresso SA in der Schweiz und Italien am Markt eingeführt. Seitdem hat das Premium-Konzept aus Simplizität, Eleganz, Geschmacksvielfalt (es gibt mittlerweile 16 Kaffeevariationen im Programm) und vor allem Service einen unvergleichlichen Zug um den Globus gemacht. Die Nestlé Nespresso SA ist nach eigenen Angaben das am schnellsten wachsende Unternehmen der Nestlé-Gruppe. Vergangenes Jahr setzte Nespresso rund 1,3 Milliarden Euro um.

Der Vertrieb in Deutschland erfolgt – im Gegensatz zur Schweiz mit 190 Verkaufs-Boutiquen – zum größte Teil online (ca. 50%), per Fax oder Telefon. In Deutschland gibt es nur sieben Nespresso-Läden, wobei glücklicherweise einer hiervon in Düsseldorf und in Fahrradreichweite für mich liegt. Denn – hier kommt der Grund, weshalb ich Nespresso zur Lieblingsmarke küre – das „Gesamtpaket“ der Marke stimmt von vorne bis hinten.

Der Besuch in einem Nespresso-Shop macht unvergleichlich viel Spaß. Selbst bei Schlangen an den Kassen schafft es das gut ausgebildete und extrem höfliche Personal – bspw. mit dem Angebot einer Tasse Nespresso für die Wartezeit – stets dafür zu sorgen, dass man nicht genervt ist. Am Ende verlässt der Kunde den Laden, hat unvergleichlich viel Geld für einen Hauch von Kaffee ausgegeben und fühlt sich, als habe er in einem 5-Sterne-Superior-Hotel genächtigt. Hier passen sämtliche Kanäle stimmig zueinander. Wer George Clooney in der Werbung sieht, darf dieses Gefühl ohne Abstriche auf den Service, das Produkt und sogar auf die Verkaufsstellen übertragen.

Nespresso Testemonial George Clooney

Interessantes zum Thema Nachhaltigeit und Umweltverträglichkeit schrieb vor Kurzem Volker Eidems für Utopia.de. Nespresso ist seit geraumer Zeit bemüht, die Kritik an dem System der Aluminumkapseln in Punkto Nachhaltigkeit in den Griff zu kriegen. Leider ist hier aber der Konsument das letzte Glied und auch wenn Aluminium zu 100% recyclebar ist, müssen die Kapseln es erst einmal in den Recyclingkreislauf schaffen. Ein Wurf in den normalen Restmüll macht aus der Kapsel leider einen Klumpen Sondermüll. Padsysteme, wie Senseo, haben hier die Nase vorn, da diese sogar kompostierbar sind. Unterm Strich muss diesen Faktor jeder mit sich selbst ausmachen. Ich werfe meine Kapseln in die Gelbe Tonne und freue mich, wenn Nespresso eines Tages ein System einführt, bei dem die Kapseln am Ende des Kreislaufs wieder beim Hersteller landen.

Da Konsum und Nachhaltigkeit nicht immer, aber zum Glück immer öfter, Hand in Hand gehen (siehe auch Apple), sollte man vor allem bei der Beurteilung einer Marke stets realistisch bleiben. So ist die nicht 100%ige Nachhaltigkeit ein Manko – aber keines, das  Nespresso-Trinkern den Kaffee bitter macht. Zumal Nespresso seinen Lieferanten um bis zu 35% höhere Preise zahlt und bis 2013 rund 80% des Kaffees von der Rainforest Alliance zertifizieren lassen will.

Das einzige Fältchen in der makellosen Haut dieser Marke, welches auch mit Botox nicht wegzuspritzen ist, ist für mich die phonetische Nähe des Markennamens zur Konzernschwester Nescafé. Der Inbegriff des löslichen Kaffeepulvers lässt mich an fette bleich-rote britische Bäuche auf Zypern und ein Frühstück denken, dass aus Toast, Marmelade, Würstchen und Speck besteht. Brrrr! Da träume ich doch lieber von Croissants, Joghurt mit frischen Früchten und einer duftenden Latte macchiato 🙂 .

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