Eine Scheibe Coca-Cola, bitte

23. Juni 2008

Schauen Sie auch Fußball-EM? Vermutlich. Nachdem die Deutsche Nationalelf bei Ihrem Spiel zeitweise allein in Deutschland über 30 Millionen Zuschauer hatte, fragt man sich, wer eigentlich nicht schaut. Rechnen wir mal alle Kleinkinder, Sich-auf-Reisen-Befindende, Public-Viewer, Im-Krankenhaus-ohne-TV-Zusatzversicherung-Liegende, Schichtarbeiter, Menschen ohne Fernseher und andere raus, die definitiv keine Chance hatten, den Fernseher einzuschalten, bleibt eigentlich keiner übrig. Also, lieber Leser, werden Sie mit Sicherheit auch schauen.

Ist Ihnen dabei die Bandenwerbung von Coca-Cola aufgefallen? Der Getränkehersteller ist einer der Hauptsponsoren und darf damit fröhlich seinen Schriftzug im Stadion verteilen. Vor allem die Spielbande, die einmal rund um das Spielfeld läuft ist eine hübsch aufgeräumte Sammlung von Logos und Wortmarken. Coca-Cola scheint hier aber neue Wege zu beschreiten und variiert die Bandengestaltung von Spiel zu Spiel. Farblich gab es das bei der WM vor zwei Jahren auch schon.

Vielen fiel die gras-grüne Version auf, die bereits im Eröffnungsspiel zum Einsatz kam. Im »Design Tagebuch« von Achim Schaffrinna wurde zu diesem Thema schon intensiv diskutiert. Wobei Coca-Cola offenbar zwischenzeitlich nur noch die klassisch rot-weiße und die schwarze Zero-Variante einsetzt.

Was bisher nur am Rande erwähnt wurde, mir aber bei jedem Spiel wieder ins Auge sticht, ist der Anschnitt der Cola-Wortmarke am oberen und unteren Rand. Zum einen ist es spannend, auch mal das Format anzuschneiden und mit einer dermaßen bekannten Wortmarke zu spielen, zum anderen erklärt es sich aber nicht von selbst. Bei der grünen Variante konnte man mutmaßen, dass es ein »Aus-dem-Rasen-wachsen« sein sollte. Aber das erklärt nur den unteren und nicht den oberen Anschnitt.
Der Beschnitt der Wortmarke ist auch nicht so extrem, dass für die Lesbarkeit notwendige Bestandteile wegfallen. Das wiederum wäre allerdings ein sehr attraktives Spiel mit Form und Farbe.

Also bleibt die Frage, wofür man diesen leichten Anschnitt gewählt hat, der im Grunde eher nach einem technischen Fauxpas des Bandenherstellers aussieht, als nach einem gewollten Markendesign. An dieser Stelle fällt mir dazu nur der alte Gestalterleitsatz ein: »Entweder macht man es richtig – oder gar nicht«.

Vermutlich bleibt uns die Auflösung dieses Rätsels vorerst verborgen… Bis dahin vergnügen wir uns einfach mit dem wunderbaren Coke-Zero-Game: www.cokezerogame.de

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